Schön, dass du da bist!

Ich bin Jessi, Coach, Trainer und Berater aus Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg. Ich liebe es, Menschen wieder in Verbindung mit sich selbst zu bringen. Nicht nur irgendwelche Menschen, sondern Alltagshelden und Ärmel-Hochkrempler: all diejenigen, die es sich nicht leisten können, jeden Tag stundenlang zu “chillen”.
Wenig Glitz & Glamour, dafür ganz viel Herzblut & Schweiß.

Arbeit, Haushalt, Kinder, Partner, Hobbies und was weiß ich noch - alles kein Zuckerschlecken. Die absoluten Rockstars halt. Die, die nicht bei “wünsch dir was” sind, sondern bei “so isses”.

Frei nach dem Motto: “I got sh*t to do!” Packen wir’s an!

Wir leben in wahrlich wilden Zeiten und brauchen definitiv emotionale und mentale Superkräfte, um nicht komplett die Grätsche zu machen. Auf diese Dinge achte ich persönlich ganz besonders:

  • ich möchte nicht nur von einem Extrem ins nächste schliddern, sondern eine gesunde Balance finden

  • es können durchaus mehr als 1 Sache gleichzeitig wahr sein: ein absoluter Gamechanger für mich! Schwarz-weiß Denken und das Ziehen automatischer Schlussfolgerungen sind ein riesen Faktor, der leider noch massiv unterschätzt wird

  • ich achte sehr darauf, Dinge zu hinterfragen (aus reiner Neugier heraus - meine Motivation ist “verstehen”). Wenn mir Informationen präsentiert werden, kategorisiere ich diese erst: handelt es sich um eine persönliche Schlussfolgerung, Meinung, Interpretation bzw. Bewertung oder um eine sachliche Beobachtung? wenn Ersteres der Fall ist, frage ich nach, anhand welcher Beobachtung diese erfolgt ist. So stelle ich sicher, dass ich meinen Gegenüber 1. besser verstehe und 2. mir selbst die Möglichkeit gebe zu entscheiden, ob ich den Stress meines Gegenübers auch fühle oder nicht. Sonst laufe ich Gefahr, blind etwas zu übernehmen, was gar nicht “meins” ist

  • nur, weil ich etwas verstehe oder aus Sicht des Ggü. nachvollziehen kann, bedeutet das nicht automatisch, dass ich es auch gut finde oder gleich handeln würde

  • ich versuche, mir in jeder Situation bewusst zu machen, was denn gerade mein Ziel ist. Was ist mir wichtig, was möchte ich erreichen? Und das, was ich gerade sage, mache, denke: hilft mir das, mein Ziel zu erreichen?

Wenn du auch wissen magst, wie ich hier gelandet bin, scroll gerne weiter.

Stress & Ich: Level Up

*

Stress & Ich: Level Up *

“Net gmotzt isch globt gnug” - von schwäbischer Mentalität und anderen Herausforderungen

Viele Jahre war mir mein Stress mehr als nur dienlich. Egal wo, Stress hat mir ermöglicht, Höchstleistungen zu erbringen – in der Uni, auf dem Eis und bei der Arbeit. Das schwäbische Mantra “Schaffe, schaffe, Häusle baue” habe ich in der Deluxe-Variante umgesetzt und gelebt. Den Hauptteil meines Lebens waren mein Stress & Ich BFF’s. Irgendwann wurden die ersten Risse jedoch spürbar.

Mein Stress und ich hatten Streit.

“Wenn’s nicht läuft, musst du dich einfach noch mehr anstrengen!”

Warum erzähl ich euch das? Ganz einfach – ohne diese Achterbahnfahrt wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin. Sie hat mir ermöglicht, mich mit meiner Situation auseinanderzusetzen und festzustellen, dass niemand außer mir selbst die Zügel in der Hand hat – auch, wenn es sich in der Vergangenheit oft nicht so angefühlt hat. Andere mögen die Spielregeln machen, aber ich entscheide immernoch, ob ich mitspielen möchte.

Level 1: Talentierter Hitzkopf

Ich bin in Schwenningen geboren und aufgewachsen – ein echtes Eigengewächs also. Wie viele andere zog es mich irgendwann zum Eishockey, meiner ersten großen Liebe. Durch meinen relativ späten Start mit etwa 12 Jahren war ich nie der beste Schlittschuhläufer, aber ich hatte echt gute Hände und ein ausgeprägtes Spielverständnis. Ich galt als großes Talent, war aber leider auch verschrien als Hitzkopf. In vielen Situationen gelang es mir nicht, einen kühlen Kopf zu bewahren und so stand ich mir meist selbst im Weg. Nichtsdestotrotz konnte ich einige Erfolge feiern. Als ich endlich meinen Führerschein in Händen hielt, wechselte ich sogar in die Bundesliga. In Esslingen spielte ich für zwei Spielzeiten, im Anschluss zog es mich für mein BWL-Studium in die USA. Genauer gesagt nach North Dakota.

Level 2: Durchstarter

In den USA spielte ich neben meinem Studium auch wieder Eishockey – mangels Damenmannschaft aber mit den Herren, was eine grandiose Erfahrung für mich war. Ich musste mich richtig, richtig anstrengen und mein Spiel erreichte neue Höhen. Ich erwarb in den USA auch den Trainerschein und trainierte das Mädchenteam der lokalen High School mit. Wir gingen 5x die Woche um 5 Uhr morgens aufs Eis - dafür brauchte es ganz, ganz viel Liebe… Kurz danach übernahm ich die U12 Mädels. Ich war zeitlich massiv ausgelastet, ich hatte dabei aber sehr viel Spaß und das war die Hauptsache. Auch die Arbeit mit den Kindern hat mich sehr erfüllt und ich kam jeden Tag mit einem Lächeln in die Eishalle. Mein Studium der BWL mit dem Fokus auf Bank- & Finanzwesen und Management schloss ich ebenfalls sehr erfolgreich mit 1,3 ab und im Dezember 2008 bekam ich mein Uni-Diplom. Fast 6 Jahre USA waren für mich Wachstum im Brennglas.

Level 3: Auf den Hund gekommen

Zurück in “good ol’ Germany” fand ich in Darmstadt eine Stelle bei einem Finanzdienstleister. Dort arbeitete ich fast 13 Jahre, ca. 10 Jahre davon als Führungskraft. Unsere Abteilung war eine wichtige Schnittstelle und so durfte ich einige Erfahrungen im Key Account Management, Prozess- & Projektmanagement sowie in der Qualitätssicherung sammeln. Ich spielte in Darmstadt auch erfolgreich Eishockey, beendete meine aktive Laufbahn aber schließlich aufgrund von Knie- und Rückenproblemen. Damit mir auf keinen Fall langweilig werden konnte beschloss ich, mir einen Hund aus dem Tierschutz zu holen.

Dakota, ein Labrador-Mischling, begleitet mich nun seit Mai 2014 und ist seitdem immer an meiner Seite. Er war und ist auch immernoch maßgeblich an meiner Entwicklung beteiligt: Tiere zeigen uns offen und vor allem wertfrei, wo wir noch Entwicklungspotential haben und Dakota ist da keine Ausnahme – im Gegenteil. Hat dieser Hund mich Nerven gekostet…. Auf Lakota, der Sprache der in North & South Dakota ansässigen Sioux-Indianer, bedeutet “Dakota” soviel wie “Freund”, “Verbündeter”. Dieser kleine “fun fact” lief mir in einer eher schwierigen Phase mit ihm über den Weg. Dakota sollte seinem Namen noch alle Ehren machen.

Level 4: “s’Lebbä isch koin Schlotzer”

So anstrengend die Welpenzeit auch war, so viele lustige und schöne Momente gab es auch. Leider mussten Dakota und ich wenig später einige einschneidende Erlebnisse verarbeiten. Er wurde in seinen ersten Jahren insgesamt vier Mal von freilaufenden Hunden attackiert (der “Tut-nix” Rasse). Anfang 2015 wurde ich von einem Hund in Gesicht und Arm gebissen. Äußerlich fehlte mir nur ein Stück Backe und ich hatte Nervenschäden am rechten Arm. Die innerlichen Auswirkungen wurden für mich erst einige Zeit später so richtig spürbar.

Dakota war nach seinen Erlebnissen direkt völlig durch den Wind. So groß und beeindruckend er körperlich wirkt, so delikat ist sein Wesen. Er braucht einen souveränen Menschen am anderen Ende der Leine und ich war damals leider alles, nur das nicht.

“Geduld war für mich ein Fremdwort.”

Ich war stolzer Verfechter der „mit dem Kopf durch die Wand-Taktik“ – insbesondere in stressigen Situationen. Wie gesagt, “wenn’s nicht klappt, musst du dich einfach noch mehr anstrengen!” und genau das tat ich. Zum allersten Mal in meinem Leben hatte ich jedoch keinen Erfolg damit. Die Drehtür, durch die ich immer schwungvoll hindurch sprinten konnte, war auf einmal zu. Ich knallte mit einem riesen Wumms dagegen und fand mich plötzlich auf meinem Hosenboden wieder. Ich war perplex und ratlos. Meine ganze Welt war auf den Kopf gestellt. Ich fühlte mich hilflos und ausgeliefert. Nach diesen Erlebnissen waren Hundebegegnungen für uns beide Stress pur. Ich war oft so mit den Nerven am Ende, dass ich heulend durch den Wald lief. Ich fühlte mich wie der letzte Versager. An diesem Tiefpunkt meines Lebens war für mich klar: so möchte ich mich nie wieder fühlen.

Negative Gefühle werden runtergeschluckt oder beiseite geschoben. Am besten hat das funktioniert, wenn ich sie mir anhand von Logik selbst wegdiskutiert habe. “Aufgrund von xy habe ich gar keinen Grund mich so zu fühlen, also weg damit!”. Ziemlich doof, aber so bin ich nun mal aufgewachsen - bis zu diesem Zeitpunkt hatte das auch immer prima funktioniert…

Herz und Hirn tauschten die Rollen “Sender” und “Empfänger” jahrelang munter durch und redeten leidenschaftlich aneinander vorbei. Als Kind haben die Erwachsenen mir meine immer Gefühle abgesprochen, als Erwachsener übernahm ich das selbst.

Im Endeffekt war das der Ursprung meiner Wut.

Level 5: Gedanken-Safari

Durch einen gequetschten Vagusnerv litt ich zeitweise auch unter massiven gesundheitlichen Problemen und schließlich hatte ich genug Leidensdruck, um mein Leben zu verändern. “Raus aus der Opferrolle” war mein neues Ziel und so begann ich, mich mit den Themen Vagusnerv, Stress und Trauma auseinanderzusetzen. Ich wollte zwei Dinge herausfinden: 1. “Was braucht Dakota von mir?” und 2. “Was brauch ich eigentlich von mir?”

Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche tut, aber andere Resultate erwartet.
— Rita Mae Brown

Ich hörte auf, gegen das anzukämpfen, was war und nahm es einfach an – mit sämtlichen herausfordernden Emotionen, die dazu gehörten. Frei nach Hermann Hesse: “Der einzige Weg durch die Welt der Schmerzen führt mitten durch den Schmerz hindurch.” Ich war nun in der Lage, den Druck rauszunehmen und das änderte alles: von “Kopf-durch-die-Wand” zu “Schritt zurück und Perspektive ändern” und auf einmal taten sich ganz andere Möglichkeiten auf. Da begann meine Reise zu mehr Klarheit, Perspektive und Selbstwirksamkeit. Sobald ich meinen Stress für mich geregelt hatte, war ich auch in der Lage, unterschiedlichste Situationen mit meinem Hund zu meistern. Fremde möchte er zwar oft immernoch auf Abstand halten, aber damit komme ich gut klar.

Meine Antworten auf die 2. Frage “Was brauch ich eigentlich von mir?” beeinflussten natürlich nicht nur meine Rolle als Hundehalter, sondern hatten auch Auswirkungen auf sämtliche anderen Bereiche meines Lebens. Mein Umfeld der letzten Jahre, insbesondere beruflich, trug nicht dazu bei, mein Stressempfinden und meine Lebensfreude zu verbessern und so traf ich schlussendlich die Entscheidung – nach fast 19 Jahren als “Exilschwabe” – in meine Heimat zurückzuziehen und mich im Zuge dessen auch beruflich zu verändern. Frei nach Pipi Langstrumpf machte ich mir die Welt, wie sie mir gefällt. Und hier bin ich nun – Stress-Enthusiast, Emotions-Nerd, extrem glücklich, stolz und voller Tatendrang.

Die Kehrwoche für Deinen Kopf

Besser und gesünder mit Stress und Emotionen umzugehen ist eine erlernbare Fähigkeit – meine eigene Entwicklung vom Hitzkopf zum Stress Coach ist das beste Beispiel: wenn ich das lernen konnte, könnt ihr das auch!

Ich brenne für gesunde Stress- und Emotionsbewältigung und stehe jeden Morgen dafür auf, dass das Thema “Prävention” im Bereich der Mental Health so normal wird wie der Besuch beim Zahnarzt – oder eben die gute, alte schwäbische Kehrwoche 😉

Das Leben ist wie die Suche nach dem Telefon - die meiste Zeit hat man es in der Hand.
— unbekannt

Warum “Wunderfitzig”?

Hier im süddeutschen Raum ist der Begriff “wunderfitzig” nicht gänzlich unbekannt. Er bedeutet soviel wie “neugierig sein”, mit einem Touch kindlicher Neugier, und einer meiner Kernwerte ist eben genau diese Neugier.

Wenn wir uns gemeinsam aufmachen zur Gedanken-Safari, ist es mir ein großes Anliegen, dass wir uns die Fragen “Warum stresst mich das so?”, “Warum bin ich so, wie ich bin?” oder “Warum reagiere ich so, wie ich reagiere?” mit Neugier stellen. Stell dir vor, du bist wieder Kind und dein Wissensdurst ist unendlich. Was wäre, wenn du mit kindlicher Neugier rangehst statt mit Abwertung, Verurteilung und Scham? Wenn du all das, was du herausfindest, mit einem wertfreien “Wow – spannend"!” begrüßt statt mit einem “Oh sch…!”

Alles, was da ist, darf da sein. Lass dich von Empathie, Mitgefühl, Verständnis und Humor leiten.

Alle Gedankenmuster und Verhaltensweisen, die wir uns im Laufe unseres Lebens angeeignet haben, haben irgendwann ihre Berechtigung und ihren Nutzen gehabt. Von Zeit zu Zeit dürfen wir nachschauen, ob das aktuell auch noch so ist.

Stell dir das vor wie ein Software-Update: Windows 98 war damals das Maß der Dinge - würdest du das heute noch so sehen?

Ähnlich ist es mit deinen Gedankenmustern und Verhaltensweisen. Nur, weil sie heute keinen positiven Effekt mehr haben, bedeutet das ja nicht, dass sie schon immer schlecht für dich waren. Freu dich und sei dankbar dafür, dass du sie hattest und dann lass’ sie mit einem Lächeln ziehen. Update deine Betriebssoftware. Werd’ wunderfitzig!

Alles darf – nix muss :)

Kernwerte meiner Arbeit

*

Kernwerte meiner Arbeit *

Humor
Humor ist die Medizin, die am wenigsten kostet und am leichtesten einzunehmen ist.”
© Giovanni Guareschi (1908 – 1968, italienischer Journalist)

Empathie
Wir alle sind empathisch, aber haben nicht immer den Mut, es zu zeigen.”
© Maya Angelou (1928– 2014, US-amerikanische Schriftstellerin)

Authentizität
Jeder von uns ist Kunst, gezeichnet vom Leben.“
© Casper (*1982, deutsch-amerikanischer Rapper)

Neugier
”Wunderfitzig” - muss ich mehr sagen? :-)